11 Dez

acid

Im folgenden wollen wir uns die verschiedenen Untergenres des Acid etwas näher anschauen. Wir beginnen hier mit dem Acid House.

Acid House entstand, ebenso wie Techno, in den 1985 Jahren in Detroit und bezeichnet eine Unterart der House Musik. Die Entwicklung in den USA verlief relativ zeitgleich mit dem des Techno und so schwappten ca. im Jahre 1987 die ersten Acid House Wellen auch nach Europa herüber.

Acid House ist eher minimalistisch angehauchte House Musik, die sich besonders durch instrumentale und sich aufbauende Stücke und Elemente auszeichnet. (Weiteres zu den Merkmalen findet Ihr hier bei Wikipedia).

Acid House löste in der amerikanischen Clubszene schnell Chicago House als beliebteste Genre ab und erlebte, speziell in der Underground Szene, einen wahnsinnigen Boom. Als Erfinder des Acid House gelten die beiden Amerikanischen Djs, DJ Pierre und Earl “Spanky” Smith aus Chicago. Die beiden experimentierten mit der klassischen House Musik und verpassten den Tracks einen härteren Drive. Das Publikum nahm den neuen Sound schnell begeisternd auf und verhalf ihm so zu ungeahnten Erfolgen. Die Verbindung zur Droge LSD (Slangausdruck für LSD ist „Acid“) tat ihr übriges zum Erfolg dazu.

In Europa sorgte der Londoner Club „The Shoom“ für den Boom der Acid House Kultur. Der Club, der im Jahre 1987 in einem ehemaligen Fitnesscenter eröffnete, entwickelte sich zu dem Szenetreff und Anlaufpunkt für die Acid Fanatiker schlechthin. Hier entwickelte sich auch das Maskottchen, der Smiley, als Symbol der gesamten Szene.

Einige Monate später begann auch die britische Presse immer mehr Notiz von dem Hype um den Acid House zu nehmen und berichtete entsprechend ausführlich. Auf sämtlichen Festivals spielte Acid House eine riesengroße Rolle und es entwickelten sich immer mehr kommerzielle Tracks, die den gesamten Musikmarkt Europaweit überschwemmten. Auch Deutschland wurde von der Welle erfasst, so berichteten besonders Jugendzeitschriften über das neue Phänomen „Acid House“.

Genauso rasant wie der Hype um den neuen Sound entstanden war, so verschwand er auch wieder. Die Presse wurde zunehmend kritischer, was nicht zuletzt an den ausschweifenden Partys und dem immer mehr aufkommenden Drogenkonsum herrührte. Der Hype wich einer Hysterie, welcher die Polizei mit Razzien, Verhaftungen und Verboten entgegentrat.

1988 weigerte sich die BBC den damaligen Song „We Call it Acieed“ von D Mob zu spielen. Der Song stand in dem Jahr an der Spitze der britischen Charts. Das „aussperren“ des Songs, seitens der BBC, führte zu einer einzigartigen Welle von Piratensendern, die überall in Großbritannien – besonders in den großen Ballungszentren – entstanden.

Trotz des jähen Endes der Acid House Welle, hatte diese umfangreiche Auswirkungen für die gesamte Underground Szene in Großbritannien. Etwas grundsätzliche war geboren worden und hatte große Akzeptanz gefunden. So entstanden nach und nach immer mehr Dance Labels und bis heute existieren Piratensender, die den Sound des Unterground spielen. Ausserdem finden immer noch, europaweit, Revival Partys statt, die mit dem Sound von damals Rechnung halten.

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